Alles nur geklaut 6

ORPHEUS. EURYDIKE. HERMES

Das war der Seelen wunderliches Bergwerk.
Wie stille Silbererze gingen sie
als Adern durch sein Dunkel. Zwischen Wurzeln
entsprang das Blut, das fortgeht zu den Menschen,
und schwer wie Porphyr sah es aus im Dunkel.
Sonst war nichts Rotes.

Felsen waren da
und wesenlose Wälder. Brücken über Leeres
und jener große graue blinde Teich,
der über seinem fernen Grunde hing
wie Regenhimmel über einer Landschaft.
Und zwischen Wiesen, sanft und voller Langmut,
erschien des einen Weges blasser Streifen,
wie eine lange Bleiche hingelegt.

Und dieses einen Weges kamen sie.

Voran der schlanke Mann im blauen Mantel,
der stumm und ungeduldig vor sich aussah.
Ohne zu kauen fraß sein Schritt den Weg
in großen Bissen; seine Hände hingen
schwer und verschlossen aus dem Fall der Falten
und wußten nicht mehr von der leichten Leier,
die in die Linke eingewachsen war
wie Rosenranken in den Ast des Ölbaums.
Und seine Sinne waren wie entzweit:
indes der Blick ihm wie ein Hund vorauslief,
umkehrte, kam und immer wieder weit
und wartend an der nächsten Wendung stand, –
blieb sein Gehör wie ein Geruch zurück.
Manchmal erschien es ihm als reichte es
bis an das Gehen jener beiden andern,
die folgen sollten diesen ganzen Aufstieg.
Dann wieder wars nur seines Steigens Nachklang
und seines Mantels Wind was hinter ihm war.
Er aber sagte sich, sie kämen doch;
sagte es laut und hörte sich verhallen.
Sie kämen doch, nur wärens zwei
die furchtbar leise gingen. Dürfte er
sich einmal wenden (wäre das Zurückschaun
nicht die Zersetzung dieses ganzen Werkes,
das erst vollbracht wird), müßte er sie sehen,
die beiden Leisen, die ihm schweigend nachgehn:

Den Gott des Ganges und der weiten Botschaft,
die Reisehaube über hellen Augen,
den schlanken Stab hertragend vor dem Leibe
und flügelschlagend an den Fußgelenken;
und seiner linken Hand gegeben: sie.

Die So-geliebte, daß aus einer Leier
mehr Klage kam als je aus Klagefrauen;
daß eine Welt aus Klage ward, in der
alles noch einmal da war: Wald und Tal
und Weg und Ortschaft, Feld und Fluß und Tier;
und daß um diese Klage-Welt, ganz so
wie um die andre Erde, eine Sonne
und ein gestirnter stiller Himmel ging,
ein Klage-Himmel mit entstellten Sternen – :
Diese So-geliebte.

Sie aber ging an jenes Gottes Hand,
den Schritt beschränkt von langen Leichenbändern,
unsicher, sanft und ohne Ungeduld.
Sie war in sich, wie Eine hoher Hoffnung,
und dachte nicht des Mannes, der voranging,
und nicht des Weges, der ins Leben aufstieg.
Sie war in sich. Und ihr Gestorbensein
erfüllte sie wie Fülle.
Wie eine Frucht von Süßigkeit und Dunkel,
so war sie voll von ihrem großen Tode,
der also neu war, daß sie nichts begriff.

Sie war in einem neuen Mädchentum
und unberührbar; ihr Geschlecht war zu
wie eine junge Blume gegen Abend,
und ihre Hände waren der Vermählung
so sehr entwöhnt, daß selbst des leichten Gottes
unendlich leise, leitende Berührung
sie kränkte wie zu sehr Vertraulichkeit.

Sie war schon nicht mehr diese blonde Frau,
die in des Dichters Liedern manchmal anklang,
nicht mehr des breiten Bettes Duft und Eiland
und jenes Mannes Eigentum nicht mehr.

Sie war schon aufgelöst wie langes Haar
und hingegeben wie gefallner Regen
und ausgeteilt wie hundertfacher Vorrat.

Sie war schon Wurzel.

Und als plötzlich jäh
der Gott sie anhielt und mit Schmerz im Ausruf
die Worte sprach: Er hat sich umgewendet -,
begriff sie nichts und sagte leise: Wer?

Fern aber, dunkel vor dem klaren Ausgang,
stand irgend jemand, dessen Angesicht
nicht zu erkennen war. Er stand und sah,
wie auf dem Streifen eines Wiesenpfades
mit trauervollem Blick der Gott der Botschaft
sich schweigend wandte, der Gestalt zu folgen,
die schon zurückging dieses selben Weges,
den Schritt beschränkt von langen Leichenbändern,
unsicher, sanft und ohne Ungeduld.

Rainer Maria Rilke Aus: Neue Gedichte (1907)

Alles nur geklaut 5

Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm‘ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Und Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Friedrich Hölderlin

Als Kommentar zu unserem herannahenden 42. Geburtstag.

Alles nur geklaut 4

El angel desconocido

!Nostalgia de los arcangeles!
Yo era …
Miradme.

Vestido como in el mundo,
ya no se me ven las alas.
Nadie sabe como fui.
No me conocen.

Por las calles, ?quien se acuerda?
Zapatos son mis sandalias.
Mi tunica, pantalones
y chaqueta inglesia.
Dime quien soy.

Y, sin embargo, yo era …

Miradme.

Rafael Alberti, vor langen Zeiten, in stürmischer Jugend, in Cadiz
cadiz

Gefunden

HAMLET
Lady, shall I lie in your lap?
Lying down at OPHELIA’s feet
OPHELIA
No, my lord.
HAMLET
I mean, my head upon your lap?
OPHELIA
Ay, my lord.
HAMLET
Do you think I meant country matters?
OPHELIA
I think nothing, my lord.
HAMLET
That’s a fair thought to lie between maids‘ legs.
OPHELIA
What is, my lord?
HAMLET
Nothing.
OPHELIA
You are merry, my lord.
HAMLET
Who, I?
OPHELIA
Ay, my lord.
HAMLET
O God, your only jig-maker. What should a man do
but be merry? (…)

Der Dänenprinz mit der gebrochenen Attitüde des Rächers war bisher immer mein Part, meine Hosenrolle. Soll ich ihn abgeben? Und ich? Ophelia? Gute Güte, nein! Laertes, das ginge.

Kraut und Rüben

erhalten ein Buchstabe von ein Kurier ich lesen es als es kommen es sagen daß Sie sein verletzt Sie sein springen und anketten Sie haben Liebe und Sie sein anfassen Sie sein vergiften Sie sein schmerzen OH- kein Sie sein blank Sie sein shamed Sie können fast berühren Himmel Recht dort vor Sie Freiheit gerade gleiten weg auf uns jetzt dort sein soviel Arbeit zu tun OH- d Tür das schließen fest sein d Tür als können schwingen breit OH- kein nicht erwarten zu zusammenstoßen für ein Minute ich lassen mein Schutz unten nicht ängstlich zu sein finden heraus ich komplett vergessen lieb was unser Furcht sein ganz über OH- kein dort sein kein Notwendigkeit zu sein ohne, wenn es eine Wahrscheinlichkeit gibt, die ich ihm diesen Wunsch nehmen würde, ich nicht Nehmen töten kann, mein Herz bitte es nicht brechen, ich zu Ihrem Foothill krieche, ich erschrocken werde, aber ich komme, Baby bitte, zu gefallen ruhiges kein OH- zu legen ich komme nicht für die Tötung

DER GOOGLE-ÜBERSETZER

Alles nur geklaut 3

…So when you attracted to the ocean… something deep in your memories is ingraned. That’s what happens when you go to the lake and to the river, to a swimmingpool – or if you can not go anywhere, then just sitting under your shower. The falling water on you stirs the memories in the body. The body feels relaxed, happy. The body feels nourished, rooted, centered. Enjoy all these things, these are beautiful things – I’m not against them, I’m all for them. But my metaphor has some other meaning. When I say „melt“ I mean love. Create as much love heat in you as possible. Only that can melt you. When I say „become water“ I mean become a flow – don’t remain stagnant. Move, and move like water…
Osho, gefunden von GI Jane

Alles nur geklaut 2

GUTE NACHT

Fremd bin ich eingezogen,
Fremd zieh‘ ich wieder aus.
Der Mai war mir gewogen
Mit manchem Blumenstrauß.
Das Mädchen sprach von Liebe,
Die Mutter gar von Eh‘, –
Nun ist die Welt so trübe,
Der Weg gehüllt in Schnee.

Ich kann zu meiner Reisen
Nicht wählen mit der Zeit,
Muß selbst den Weg mir weisen
In dieser Dunkelheit.
Es zieht ein Mondenschatten
Als mein Gefährte mit,
Und auf den weißen Matten
Such‘ ich des Wildes Tritt.

Was soll ich länger weilen,
Daß man mich trieb hinaus?
Laß irre Hunde heulen
Vor ihres Herren Haus;
Die Liebe liebt das Wandern –
Gott hat sie so gemacht –
Von einem zu dem andern.
Fein Liebchen, gute Nacht!

Will dich im Traum nicht stören,
Wär schad‘ um deine Ruh‘,
Sollst meinen Tritt nicht hören –
Sacht, sacht die Türe zu!
Schreib‘ im Vorübergehen
Ans Tor dir: Gute Nacht,
Damit du mögest sehen,
An dich hab‘ ich gedacht.

Wilhelm Müller, vertont von Franz Schubert
gefunden von Elvira

Wiedergefunden

When the city of Atlantis stood serene above the sea,
Long time before our time when the world was free,
Those were the days.

Golden cymbals flying on ocarina sounds,
Before wild Medusa’s serpents gave birth to hell
Disguised as heaven.

Those were the days, yes they were, those were the days.
Those were their ways, miracles everywhere are they now?
They’re gone.
Those were their ways, yes they were, those were their ways.
Those were the days, yes they were, those were the days.

Tie your painted shoes and dance, blue daylight in your hair,
Overhead a noiseless eagle fans a flame.
Wonder everywhere.

Chorus

Ginger Baker / Mike Taylor

Alles nur geklaut

John hatte das Gefühl, als sei er und jeder andere in der neuen Welt Bestandteil von etwas, das Fluch und Segen Gottes zugleich war, als seien sie eine Rasse von Fremden, die sich ständig in neue Feuer stürzten, in dem Verlangen zu brennen, dem Verlangen, sich wieder aus den Kohlen zu erheben, jedes Mal neuer und wunderbarer, immer durstig, immer hungrig, immer überzeugt, daß das, was auch immer ihnen als Nächstes begegnete, gnädig die Kreaturen auslöschen würde, die sie auf ihrer mühevollen Reise auf dem strahlenden Weg aus Plastik bereits geworden waren.
Douglas Coupland, der letzte Satz aus „Miss Wyoming“, gefunden von GI Jane