Und Scheißlauneeintrag. Alle Leute sind heute mies drauf.
Nein, bis auf eine Ausnahme: Die nette vietnamesische Kosmetikerin, die ich heute getestet habe. In der ersten halben Stunde dachte ich, ich verlasse fluchtartig das Etablissement. Elektrische Fußpflegeinstrumente sind nicht ihre Stärke. Konversation auch nicht. Das hört sich ungefähr so an: Swester han bekom Sohn vor Woche. Sön Son. Will kucken? (Zückt Handy, zeigt Foto, ach so, das hat sie gemeint) So ging das weiter, ich hab immer genickt. Gott sei Dank hat sie geschnallt, daß ich immer nicke und mir nicht noch teure Spezialbehandlungen untergejubelt.
Dafür kann sie phantastisch massieren, mit unglaublicher Kraft in den winzigen Händen und künstlerisch bemalte Fußnägel zaubern.
Daher habe ich das mit der Flucht dann doch gelassen.
Dann hat sie mir noch angeboten, sie könne mir mit den Füßen auf dem Rücken herumtreten. Was ich für das nächste Mal ernsthaft in Erwägung ziehe…
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Easy Living
Es geht das Gerücht um, das dieses Wochendende nun wirklich das letzte des Sommers ist. Danach käme nur Kälte, Gräue, Leere.
Was ist zu tun?
* Freitag abend. Kochen und essen mit dem MANN. Elvira in love, ich schlafe mich aus.
* Samstag früh. Schwimmen im Badeschiff. Weißwurstfrühstück in Xberg.
* Samstag mittag. Wir fahren in den Garten. Doch der Wetterbericht droht mit Gewitter und einige Wolken sind tatsächlich zu sehen. Pilze sammeln, eine Stunde ein Korb.

* Samstag abend. Flucht nach Berlin, es donnert schon. Ich ziehe meine Jeans an, Elvira pudert sich. Opening im Felix. Elvira tanzt, der Schweiß läuft ihr in Strömen übers Gesicht. Ich stehe in der Ecke, rauche und beobachte. Gegen drei Uhr mit dem Fahrrad nach Haus durchs Gewitter.
* Sonntag früh. Schwimmen mit dem Kind im Badeschiff. Sonne tanken.
* Und der Rest der Tages wird ganz ruhig. Ich lese Zeitung, wir fliehen alle vor der Hitze in unserem Obergeschoß. Elvira wird vielleicht noch von Hombre Segundo angerufen (sie giert danach!). Ein bißchen arbeiten, ein bißchen Kontakte pflegen. So eben.
Behauptung
Gott ist aus Stahl und sein Herz ist ein blauer Diamant.
Optionen
Party. Die bunteste Zeitung des Landes veranstaltet die entspanntesten Feste. Es geht um Einfaches: das richtige Outfit, die richtige Figur, die richtigen Bewunderer, genügend Kameras auf dem Leib und dann kann das Leben so einfach sein.
Junge Frauen ziehen alte Männer an, alte Frauen junge Männer. Fleisch geht zu Macht, Macht geht zu Fleisch.
Elvira hätte die Wahl, wenn sie sie haben wollte: Manshu – Halbasiate, Johnny – Rastafari, Chris – Surfer und dann noch ein aschblondes Cowgirl ohne Namen. Sie alle suchen. Elvira sucht eindeutig nicht. Sie tanzt sich die Seele aus dem Leib und schickt mich das eine und andere Mal nach Zigaretten und Champagner.
Ich hingegen verschrecke einen blassen, überarbeiteten wichtig-wichtig Mann mit meinem Händedruck und als ich ihm dann noch sage, daß meine Freunde mich GI Jane nennen, ergreift er die Flucht. Herrgott, können Männer Waschlappen sein.
Jane
How nice, I love it, really!
Filmparty. Tout München hat sich den Sommeranzug und das Blümchenkleid gegönnt. Man trägt auch mit 50 bauchfrei, heute sogar ohne vorher die Investition eines kosmetischen Eingriffes gemacht zu haben.
Der Einlaß: hinter mir eine Stimme, die Stütze eingeschaltet, daher drei Tick zu laut: „Hallooo! Das ist doch ….. (?)“ Zur Begleitung: „Er hat gerade einen Preis bekommen.“ Zum Angesprochenen: „Welcher Preis war das noch mal?“ Verhaltene Antwort: „Der TV Movie Award.“ Schmetternde Reaktion: „Mensch toll! … Für welchen Film eigentlich?“ Bevor die Antwort kam, war ich Gott sei Dank drin.
Zwei Glas Wein später: „Du, komm sofort hoch, hier ist jemand, der uns bei unserer Reise helfen kann.“
Dann ein Dialog:
1: „Wie geht’s?“
2: „Super!!! Bin ausgebucht dieses Jahr.“
1: „Bei mir läufts auch ganz passabel. Drehe gerade XY.“
2: „Mensch, kannst du mich mal dem Produzenten vorstellen, vielleicht ist ja was für mich dabei.“
The same faces, the same procedure as every year.
It’s never to late being a gentleman
Gestern abend in Berlin Mitte. Die Fete de la Musique löst sich gerade im Gewitterregen auf. Ich fahre mit dem Rad nach Hause und bin naß bis auf die Haut.
Vor dem Club der polnischen Versager sitzen ein paar Herren im Feinrippunterhemd, das Bier in der Hand. Als ich vorbeiradele, höre ich ein charmantes: „Madame, können wir Sie auf ein Glas Wasser einladen?“
The Halcyon Days
Sonntage sind ungeheurer Luxus, vor allem, wenn sie nicht versprochen und vergeben sind.
Um 4 Uhr aufwachen, den Sonnenaufgang fotografieren, um halb 5 Uhr Pellkartoffeln kochen und um 5 Uhr mit einer Portion Quark mit ordentlich Knoblauch essen.
Dann wieder schlafen. Um die Mittagszeit die Sonntagszeitung im Bett lesen, Tee mit Milch und After Eight an der Seite. Natürlich beobachtet vom Nachbarn schräg gegenüber, der gern schaut, was in meinem Bett passiert. Solange seine Frau nicht in Reichweite ist.
Danke, Gott, für die Ruhe des siebten Tages.
Ja, ist denn heut schon Weihnachten?
Heute gab es überall die Meldung, Tomb Raider samt Lara Croft käme in der neuen Version „Legend“ visuell geliftet daher. Heißt hier: 2 Körbchengrößen kleiner, kein Bikini mehr, sogar ein langärmeliges T-Shirt gäbe es für Lara. Schuld ist die neue Zielgruppenfokussierung, der Joystick soll nicht mehr nur in den schwitzigen Händen pubertierender Jungs bleiben. Auch Frauem sollten sich interessieren.
Ich bin enttäuscht. Lara Croft (die aus dem Spiel, nicht Dicklippe Angelina Jolie) mit all ihren anatomischen Unmöglichkeiten, die sie eigentlich vornüberkippen lassen müßten, fand ich cool. Mutig und doch weiblich. Sonst gab es da nur noch Sarah Connor, nein, nicht die Sängerin, Linda Hamilton in Terminator, die im zweiten Teil mal eben so Klimmzüge am Bettgestell macht.
Wollen Frauen angezogenere Frauen sehen? Haben Frauen Angst vor anatomisch ohnehin unmöglichen T…? Mädels, was ist los mit euch?
Morgenstimmung
Gerade eben, vor einer Stunde, habe ich es begriffen. Es ist vorbei. Ich bin keine Mutter mehr. Das Kind wächst nur noch heran wie eine junge Löwin, mit genügend Essen und Platz, um Anlauf zu nehmen für den Sprung ins Leben. Mein geliebter Zerstörer ist aufgebrochen zu neuen weiblichen Ufern. Garantiert ohne Rückfahrkarte. Zum ersten Mal keine Verpflichtung, die Kontrolle, den Überblick zu behalten, für andere mitzudenken, die letzte Kraft immer in Reserve zu halten.
Ich erlebe Eruptionen von Vitalität. Um mich herum müssen sich derzeit alle anschnallen. Wie oft habe ich getrauert, daß ich meinen Esprit verloren hatte. Habe geglaubt, ich hätte ihn gegen das Altern eingetauscht. Und jetzt habe ich wieder die Kraft, zu fliegen. Mein Leben hat seine gläsernen Wände verloren.
Ich habe Grieg gehört, Peer Gynt. Da war sie plötzlich, die neue Landschaft, die vor mir lag. Unbekannt und doch vertraut, mit Blick bis zum Horizont und Wasser und viel Grün.
Ich werde sanft landen, die Flügel sorgfältig auf meinem Rücken zusammenfalten und hineingehen in das Neue.
Ruhe sanft!
Heute gab es endlich eine Nachricht von Betty, der promovierten Hausfrau. Sie berichtete, daß sich auch im Haushalt O.B. Ruhe und Weitsicht noch nicht eingefunden haben.
Ich halte beides für eine Erfindung von Pensionären. Ruhe ist immer das, was gerade hinter einem liegt. Und so kann man den Enkeln dann erzählen, wie gezielt man seinen Lebensplan angegangen ist… Die Optionen, die mal durch den Raum schwirrten, hat man längst vergessen.