Was hörst du grade VII

Fade to Grey – Visage

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Durch den Tag Durch die Nacht

Wie lange sich dieser Altweibersommer wohl noch hält? Ich stöckele im Seidenkleidchen durch das alte Westberlin. Sitze mit der Freundin und deren Freunden zu Ehren ihres Geburtstages im Biergarten unter der Kastanie. Esse Semmelnknödeln und Schokoladenkuchen ohne katastrophale Nebenwirkungen(!).
Sie streut Rosenblätter auf die Gesellschaft. Ein wunderschönes kleines Fest.
Dann KaDeWe. Wintermäntel probieren. Denn es ist Zeit, der Sommer war sehr groß. Die Freundin redet mir die langen, russisch aussehenden Uniformmäntel aus, die ich seit Ewigkeiten trage. Ich soll statt dessen spielen, buntes aus Spanien, mit Stickereien. Hm. Ich sehe plötzlich zehn Jahre jünger aus.
Und weiter ins Theater. Wir sitzen allein in einer Loge und sehen genauso oft auf das Publikum, das sich schenkelklopfend amüsiert, wie auf die Bühne. Die Freundin geht in der Pause. Die Magenkrankheit. Ihr laufen vor Schmerzen die Tränen aus den Augen.
Nach der Vorstellung fahre ich nach Hause. Im Radio läuft ein phantastisches DJ-Set. Flug durch die Nacht. Ohne Rennen zu fahren diesmal.
Und auf dem Rasen in meinem Hof verstreue ich die restlichen Rosenblätter. Viele Hände voll.

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Inzwischen

* trage ich Violett – der Papst ist schließlich da
* brauche ich wieder eine Putzfrau, die Zeit ist zu knapp
* muss ich mindestens alle zwei Tage laufen, um den Kopf freizukriegen
* habe ich das Kind fast drei Wochen nicht gesehen, irgendwie sind unsere Termine nicht zu koordinieren (schnief!)
* habe ich Sehnsucht nach dem Liebsten, obwohl ich ihn oft sehe (auch schnief!)

Und das mit dem Papst und dem violetten Shirt war Zufall und die Putzfrau muß erstmal ihren Preis sagen (ab 10 €/Stunde ist Dreck garnicht sooo schlimm) und das mit dem Laufen ist ein Plan, der umgesetzt werden muß. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach zwei Menschen. Mache ich es mir zu bequem?

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Das erste Mal

Zu viele Hände. Zu viele Füße. Die Beine wie aus Holz. Die Arme haben ihr eigenes Leben. Falscher Rhythmus. Schon wieder. Und jetzt? Umdrehen? Zurück? Nach unten durchtauchen?
Die Führung abgeben. Sich leiten lassen. In einen Atem finden. Der Impuls geht in meinen Körper. Einen Schritt weiter und ich schwebe zurück. Treibe den Körper dicht bei mir wieder etwas weiter. Nun liege ich nur noch sanft und weich in seinen Armen, schnurre leise. Bis zum letzten Ton.
Unglaublich, der Liebste kann tanzen. Warum hat er mir das nie verraten?

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Was hörst du grade VI

Skating Away On The Thin Ice Of The New Day – Jethro Tull

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Der Mittelpunkt der Welt

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Ich weiß nicht, was soll es bedeuten

Ich schlafe derzeit so chaotisch. Im Grunde genommen nicht vor drei oder vier Uhr morgens, auch wenn ich diszipliniert ins Bett gehe. Der Vormittag ist dann die Hölle. Ich trullere rum, mit Herzklopfen von zuviel Kaffee, nach einem kurzen Hoch am Mittag würde ich nachmittags am liebsten wieder ins Bett gehen. Und ab 19 Uhr ist die Welt dann in Ordnung und ich schaue mit blanken Augen umher. Ich hoffe, das gibt sich bald wieder. Es fühlt sich an wie kleine manisch-depressive Tageszyklen. Ich komme einfach nicht runter abends. Ich kann ja nicht immer ins chemische Traumland schweben.

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Vollmond

Viel zu lange gearbeitet, bis zehn. Und doch noch Unternehmungslust. Das kann nicht alles gewesen sein heute.
Es gibt einen Gästelistenplatz auf einer IFA-Schlußparty. Also noch mal gepudert, die rosaseidenen Turnschuhe angezogen und los.
Der Einlaß war gähnend leer, der Club mäßig gefüllt. Der Drink war gut, irgendwas mit Ingwer und Wodka, sehr gesund also.
Die typische Felix-Mischung herrschte vor. A.S. & U.M. – alte Säcke und unbedarfte Mädchen. Irgendwie hat sich diese Konstellation jetzt im Laufe der Jahre eingespielt. Keine Ahnung, was diese jungen Ladies suchen, sie wissen es selbst sicher nicht. Wahrscheinlich nur eines: Nicht das, womit sie aufgewachsen sind. Sie sind ungeschickt schick angezogen, entweder zu dick oder zu dünn, bleich, rauchen zu viel und klammern sich an der Freundin fest. Die Herren, die sie abschleppen wollen, sehen ebenso ungesund aus. Weit übers Haltbarkeitsdatum, aus dem Leim gegangen, mit Sicherheit Haare auf dem Rücken (brrr!), träge und zynisch.
Mit meinem Drink in der Hand stelle ich mir vor, wie sie zwischen den teigigen Schenkeln dieser Mädchen sterben. Und wer, verdammt noch mal, soll das dann den Ehefrauen erklären?
Die Tanzfläche ist leer. Schade eigentlich. Die Musik ist gut. Dazu improvisiert ein Saxophonist, der vom Jazzabend vorher übrig geblieben ist. Ich habe keine Lust, den Laden anzutanzen. Dazu bin ich heute zu schüchtern. Mir etwas Mut anzutrinken geht nicht, morgen ist ein harter Tag und das Auto steht vor der Tür.
Ich kann es nur bedauern, ich hätte mich so gern in Schweiß getanzt, um dann ins Bett zu fallen.
Nichts wie weg, hinaus in die Nacht. Der Mond steht grell über Berlin. Der Liebste schläft bestimmt schon dort westwärts, unter seinem Dach. Tief, still, mit heißer Haut, ohne Decke. Ich gehe über die Straße zum Mahnmal und springe von Stele zu Stele. Die Nacht ist warm und doch hat sie nicht mehr diese Power wie im Hochsommer. Die Steine strahlen keine Wärme mehr ab. Und die nächtlichen Touristen fehlen.
Ich probiere ein paar Töne o fortuna/velut luna/statu variabilis…. Es geht schon wieder einigermaßen, am Wochenende war ich vollkommen stimmlos.
Dann fahre ich mit meinem roten Baby zurück. Nehme auch zurück den Weg durch die Straße, in der mein treuester Leser wohnt. Nun ist das Licht aus. Du schwächelst doch nicht etwa, Old Boy? Es ist noch nicht einmal 12!

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Stress

Positiv – Ziemlich tolle Projekte beginnen. Dabei sehr große Sachen mit guten Unterstützern.
Negativ – Beim Fotoshooting am Sonntag nachmittag hat mir ein Wichser die Seitenscheibe eingeschlagen und das Navi geklaut.
Und nebenher eine Tasche mitgenommen, die fast leer war. – Bis auf ein paar Kleinigkeiten für einen Outfitwechsel. Ein Kosmetikköfferchen, Wäsche, Pumps, eine Kette, Ohringe.
Und wenn frau dann nachrechnet, was sie im Laufe der letzten zwei Jahre für solche Jobs an Make up-Utensilien angeschafft hat, kommen plötzlich 250 € zusammen.
Menno!
Dann repariert Carglass auch noch die Zentralverriegelung und den Seitenlautsprecher kaputt. Das Leben könnte eigentlich so schön sein, wenn ich mich nicht noch mit solchen Deppen rumstreiten müßte.
Die Fotos sehen trotz Erkältung und runtergezogener Mundwinkel ziemlich gut aus.

greyzen

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Ach Mama

Meine Mutter hat Kate Bush gehaßt. Dabei konnte sie alle ihre Tonlagen problemlos mitsingen. Aber eine Frau, die ihren Hintern in die Taille eines Cellos klemmt, war ihr suspekt.
Bei Nina Hagen in ihrer Post-DDR-Fernseh-Karriere (da war sie ein angepaßtes, pseudofreches Herzilein) war sie nur stumm entsetzt und hat mich gebeten NIE mit so einer Frisur nach Hause zu kommen und solchen Stuß zu reden. Ersteres konnte ich ihr nicht ganz ersparen. Wofür ich auch von ihr die letzten Prügel meines Lebens bekam.
Romy Schneider war für sie eine grobgesichtige Schlampe, bis auch durch den eisernen Vorhang die Kunde drang, daß die Frau keineswegs glücklich war. Von da an hat sie sie vergöttert.
Warum eigentlich?

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